Diskussion Landratskandidaten

Die Landratskandidaten mögen beantworten, ob sie folgende Projekte befürworten und ggf. was sie
im Fall einer Wahl unternehmen werden, um die ehestmögliche Realisierung zu erreichen:
(1) Schaffung eines die Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein und das Land Salzburg umfassenden Verkehrsverbunds
(2) Einrichtung eines integralen Taktfahrplans nach Schweizer Vorbild, also mit gegenseitigen Anschlüssen zwischen den Zügen aller Strecken an den Knotenbahnhöfen und Ausrichtung der Buslinien und -fahrpläne auf die Zugstrecken
(3) Verbesserung des SPNV auf der Bahnstrecke Freilassing – Berchtesgaden durch
    --Einrichtung zusätzlicher Haltepunkte in Bad Reichenhall Nord und Mitte sowie Bischofswiesen  Winkl
      -Wiedereröffnung des Bahnhofs Hallthurm als Verkehrshalt
      -Einrichtung des 30-Minuten-Takts auf der gesamten Strecke
       Wiederausbau des derzeitigen Haltepunkts Bayerisch Gmain zu einem            Bahnhof (Voraussetzung
         für das Wenden und-Kreuzen von Zügen)
(4) Wiederaufbau der Bahnstrecken von Berchtesgaden zum Königssee (auf den heutigen Gegebenheiten angepasster und optimierter Trasse) und nach Salzburg  sowie
       kurzfristig  Streckenverlängerung von Berchtesgaden Hbf durch den vorhandenen Tunnel bis zum Salzbergwerk
(5) Optimierung des in der Planung befindlichen barrierefreien Ausbaus des Bahnhofs Freilassing
      durch Verlängerung der Bahnsteigunterführung zur Rupertusstraße
(6) Verbesserung des SPNV auf der Bahnstrecke Freilassing – Mühldorf im Zuge der ABS 38 durch
     -Einrichtung zusätzlicher Haltepunkte in Freilassing Nord (Industriegebiet) und Saaldorf-Surheim sowie Laufen-Gastag
      -Einrichtung eines 30-Minuten-Takts (Einbindung in S-Bahn Salzburg)
(7) Einrichtung einer S-Bahn-Linie Freilassing – Traunstein
       mit zusätzlichen Haltepunkten in Perach, Straß, Mehring, Rückstetten und Lauter.
(8) Optimierung des Radwegenetzes, insbesondere Einrichtung von Radschnellwegen zwischen den zentralen Orten

Kommentare

  • Welche Möglichkeiten sehen die Kandidaten den Tourismus auf Basis des ÖPNV weiter zu entwickeln?
    Ich erinnere an Gegenden in Österreich, wo alle Hotels mit Öffis angefahren werden. Wo Bushaltestellen nicht nur Bushäuschen, sondern auch Kunstwerke sind.
    Welche Kompetenzen sehen die Kandidaten in der Hand eines Landrates bei der Gestaltung des Öff. Verkehrs im Landkreis.?
    Wie glauben die Herren, Einfluss auf den Fortgang der Entscheidungen ausüben zu können - bei gegenwärtigen Planungsdauern von um die 10 Jahren! -
    Sind Bahnprojekte eigentlich Apfelbäumchen die wir für die kommende Generation pflanzen?
  • Unser lieber Scheuer Andy
    hat verlauten lassen, dass das alles so lange dauert, weil die Bürger ständig nörgeln und überall Widerspruch einlegen. "Da brauchts ein Planungsbeschleunigungsgesetz, damit da schneller was weitergeht". Der Entwurf für dieses Beschleunigungsgesetz irrt jetzt schon jahrelang durch die Ministerialbürokratie, irgendwann wird es sich verlaufen haben. Bei der Bahn geht nix vorwärts, weil man da zu unbeweglich ist, keine Verbindung zum BMVI (und umgekehrt hat) und die Ministerialbürokratie halt auch schon schwer an Unbeweglichkeit leidet!
    Beispiel Bahnübergang Wappachweg zwischen Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain. Im Februar 2015 hat ein hoher Beamter aus dem BMVI gedroht, dass er sofort eine BÜSTRA (Bahnübergansanlage Straße) anordnen will, wenn zwischen den beiden Kommunen "nit unverzüchlisch wat weitergeht". Die Anordnung für die Büstra erging im Herbst 2018. Heißt, bis aus den BMVI "wat rausjeht" vergehen dreieinhalb Jahre! Gut, war ja auch kein Mautvertrag, der den Steuerzahler vermutlich hunderte Millionen kostet.
    Und wenn die BÜSTRA im Herbst 2018 angeordnet wurde, ist noch lange nichts geplant. Und wenn dann über einige Jahre hinweg geplant ist, erfolgt ein Planfeststellungsverfahren, denn ein Plangenehmigungsverfahren wäre bei der überschaubaren Anzahl der Beteiligten zu schwierig? Und wenn dann so ein Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist, wird man noch 2 Jahre bauen. Also kurz zusammengezählt, da reichen die 10 Finger:
    • 3 Jahre Ministeriumsabstimmung
    • 2 Jahre Planung
    • 1 Jahr Planfeststellung
    • 2 Jahre Bauzeit
    Das sind dann rund 8 Jahre, wenn kein einziger Einwand zu dem Vorhaben kommt. Bahnvorhaben sind wirklich Apfelbäumchen, die tragen erst in der nächsten oder übernächsten Generation! :P
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