....nach Corona: weiterhin Federnlesen

Die monatliche Monatsversammlung des Verkehrsforums fand nun schon wiederholt wieder konkret statt, manche können bzw. trauen sich als Risikofall nicht mehr dazu. Nach dem völligen Zusammenbruch des grenzüberschreitenden Verkehrs und wegen der Infektionsangst gemiedenen öffentlichen Verkehrsangebotes sieht sich das Verkehrsforum mit seinen im Wahlkampf aufgestellten Forderungen nach einem Aufbau der Attraktivität des ÖPNV durch mehr neue Verbindungen und Haltestellen auf verlorenem Posten. Auch die Grünen favorisieren die Förderung der Autoindustrie, des individuellen Autoverkehrs.

Leider wird in der Corona-Berichterstattung fokussiert auf Betonung der Distanz und Masken – leider oder gottlob ohne Evidenz. Allenthalben beklagt man sich über die zu große Dichte in Bussen - ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass wir keine starken Hinweise auf den ÖPNV oder auch das Geschehen auf Plätzen, in den Bädern, in den Bergrestauratioen als Infektionsherde hätten,  Das Verkehrsforum wird sich deshalb mit einer rationalen Analyse dieser Sachverhalte und auch damit beschäftigen müssen, wie in Zukunft solche Schnellschüsse einer Regierung mit Schließung der Grenzen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit gesetzlich eingeengt werden können.

 In den Podiumsdiskussionen im Frühjahr wurde auch immer wieder auf Regionen mit besonders tollen Fahrplankonzepten (Walsertal)  verwiesen. Dem soll nachgegangen werden. Die am häufigsten benannten Themen der Diskusssionsveranstaltungen waren auch Haltestellen, gemeinde- und grenzenüberschreitende Tarifzonen, digitale Informationssystem, Displays und auch Individualisierung durch Rufbussysteme. Hier sehen wir im Verkehrsforum eine Lösung darin, in einem wirklich innovativen Schritt durch konsequente Digitalisierung und Integration die Probleme der Tarifgestaltung bzw. Erfassung und Abrechnung von individuellen Fahrleistungen (z.B. Fairtiq), Realisierung konkreter Fahrdienste (Rufbusse, automatisch fahrende Mobile) und Organisation bedarfsorientierter Angebote und natürlich stetige Information der Kunden zu lösen. Dazu werden verschiedene bekannte Lösungen und Projekte ausgewertet und wir wollen einen Projektvorschlag für den Landkreis ausgearbeiten 

Mit den zum Teil neuen und alten Amtsinhabern im Landkreis und den Gemeinden wurden vom Vorstand bereits erste Gespräche avisiert. Hier wird es um die „Politisierung“ unserer Projekte ganz allgemein gehen. Wir haben bei der Beobachtung und Analyse vieler Entscheidungsprozesse festgestellt, dass wir bei den aktuellen Entscheidungsinstanzen und -prozessen nicht darauf vertrauen können, dass hier Projekte bezogen auf eine Vision „Verkehr im BGL“ mit der Metropole Salzburg verfolgt und gewichtet werden. Die anstehenden Bauvorhaben (Bahnhöfe, Bahnhalte) werden nach einer rein planerischen Priorität und Dringlichkeit abgewickelt. Heute machen wir ein Gleis barrierefrei. In einigen Jahren machen wir vielleicht ein Ausweichgleis (Bayerisch Gmain). Wir, als Bürgerschaft und eingeschlossen unsere Mandatsträger in verschiedenen Gremien, wollen uns nicht mit irgendwelchen oft zufällig erscheindenen Verwaltungsartefakten beschäftigen und mit den daraus resultierenden Beruhigungströpfelchen zufrieden geben. Das zu ändern ist wohl unserer Hauptaufgabe. Das umschreiben wir mit Politisierung - Realisierung unserer Interessen in der Auseinandersetzung um die Verteilung von Ressourcen.

Wir haben z.B. durch unsere Aktion im Kommunal-Wahlkampf 2020 erreicht, dass man sich im ganzen BGL gemäß dem Söderschen Motto von der Straße auf‘s Gleis für eine Beibehaltung des Berchtesgadener Ladegleises einsetzte – trotz der einhelligen Positionierung von Landrat, Stellvertretern, Bürgermeistern und Kreistag wurde es planmäßig nun abgerissen. Wir brauchen also stärkeren Einfluss der Bürgerinteressen im Verwaltungsmoloch der Bahn, aber auch in verschiedenen um sich drehenden Derivaten in der Verkehrsträgerlandschaft!

Stand der Dinge

Wir haben uns mit anderen bürgerlich getragenen Verkehrsinitiativen strategisch verbunden und haben also als Verkehrsforum Berchtesgadener Land und Rupertiwinkel eine ziemliche Agenda: